Zugangsbeschränkungen Architektur TU Graz
Geschrieben von pmueller am 14.05.2010
Zugangsbeschränkungen Architektur TU Graz
Liebe Architektur StudentInen,
es freut uns euch mitzuteilen, dass das Architektur Studium an der TU
Graz NICHT zugangsbeschränkt wird. Zusammen mit der Fachschaft
Architektur TU Wien und Kati Tiffner (Studentisches Senatsmitglied TUG)
sind wir in den vergangen Monaten auf allen Ebenen gegen den Versuch das
Architektur Studium zu beschränken erfolgreich vorgegangen.
Die Technischen Universitäten wollten aufgrund des Ausnahme-Paragraphen
124b in den letzten Monaten Zugangsbeschränkungen für die Architektur
Fakultäten einführen. Auslöser dafür war der vermeidliche 50 % Anstieg
der Studierendenzahlen in unserem Fachbereich während der letzten Jahre.
Anhand unserer Recherchen konnten wir dies wiederlegen. Die Architektur
Fakultäten, sowie alle anderen Fakultäten der Universitäten
verzeichneten lediglich einen Anstieg von 15 % der Studierenden
innerhalb der letzten 7 Jahre. Verantwortlich für diesen Anstieg ist in
diesem Fall die Einführung des Bachelor und Master Studiums, dass
Studierenden einen akademischen Abschluss bereits nach 3 Jahren
garantiert anstatt der bislang 5 Jahre.
Paragraf 124b tritt in Kraft: „wenn durch die erhöhte Nachfrage
ausländischer Staatsangehöriger die Studienbedingungen in diesen Studien
unvertretbar werden“ (Text: Unterrichts Gesetz 2002). Sowohl an unserer
Fakultät, wie auch an den restlichen in Österreich, gab es nur einen
Minimalen Anstieg von 8% auf 10% innerhalb der letzten 7 Jahre. Daher
konnte dieser Paragraf auch nicht auf unsere Fakultät angewendet werden.
Wir erreichten im Senat durch Einsprüche und Darlegung der richtigen
Zahlen Zeitverzögerungen, dennoch wurde aufgrund der inkorrekten Zahlen
abgestimmt und schließlich der Antrag auf Zugangsbeschränkungen
eingereicht.
Sowohl FAKarch, Fachschaft Architektur TU Wien, HTU Graz und Kati
Tiffner setzten nach dieser Einreichung alle Hebel in Bewegung und
verfassten Medienberichte und kontaktierten hochrangige
Regierungsmitglieder mittels persönlicher Schreiben um auf diesen
gesetzeswidrigen Antrag auf Zugangsbeschränkungen aufmerksam zu machen.
Bereits wenige Stunden nach Aussendung des Schreibens, konnte Kati
Tiffner Kontakt mit der Bildungssprecherin Kunzl aufnehmen, welche sich
für diese brisanten und umfassenden Informationen bedankte. Am
darauffolgenden Tag wies sie den Antrag der ÖVP ab, das
Architekturstudium in Österreich zugangszubeschränken. Die offizielle
Begründung lautete: „Zugangsbeschränkungen in der Architektur wären aus
Sicht der SPÖ nicht gesetzeskonform“
Beatrix Karl (ÖVP) reichte die Anträge zur Begutachtung ein um Zeit zu
gewinnen und ein Umdenken in der SPÖ zu bewirken. Jedoch wurde die
Prüfung des Antrages auch nicht ordnungsgemäß durchgeführt und kam somit
zu keinem korrekten Ergebnis. Schlussendlich kam es vor zwei Wochen zur
Einigung, dass das Architektur Studium frei von Zugangsbeschränkungen
bleibt.
Die Bildungsministerin Beatrix Karl gibt sich jedoch nicht geschlagen
und will eine Verschärfung der Studieneingangsphase erwirken, allerdings
wird sich diese Änderung nicht auf die StudienanfängerInnen im nächsten
Semester auswirken.
Aus unserer Sicht bewirkt eine Verschärfung der Studieneingangsphase
keine Verbesserung der sich kontinuierlich verschlechternden
Studiensituation. Jeder Mensch soll das Recht auf Bildung haben! Ein
Anstieg der Studierenden Zahlen in Österreich ist zu begrüßen und nicht
mit künstlichen Barrieren abzutöten. Das Bildungssystem ist bereits seit
mehreren Jahren unterfinanziert und benötigt dringend eine stärkere
finanzielle Unterstützung! Wenn dies Seitens der Regierung nicht
eingesehen wird, wird das System in kürzester Zeit kollabieren.
Danke für die ausgezeichnete Zusammenarbeit
Kati Tiffner
Max Urs
HTU TU Graz
Lg euer FAKarch Team
Philipp Müller, Kerstin Huber, Tino Hauseder, Peter Hörzenauer
Zusätzliche Informationen:
Stellungnahme FAKarch TU Graz:
http://fakarch.at/print.php?type=N&item_id=109
Stellungnahme FS:Arch TU Wien
http://fsarch.diebin.at/index.php/Bild:091207_Stellungnahme_720.jpg
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